
Umweltschutz ist Armutsbekämpfung
Fabriken, Staudämme, Bergbau oder große Plantagen – gern werden solche Vorhaben hoch gelobt als Projekte, die dem Land Fortschritt und Devisen bringen.Dies mag in einigen Fällen richtig sein, aber häufig ist der Schaden größer als der Gewinn: Flüsse werden übernutzt oder verschmutzt. Bauern und Fischer, deren Familien seit Jahrhunderten vom Reichtum der Flüsse leben, verlieren ihre Existenzgrundlage,
wenn das Flusswasser in der Regenzeit die Felder nicht mehr düngt, wenn die Überschwemmungen unvorhersehbar geworden sind, wenn die Fische weniger werden und einige Arten ganz aussterben.
terre des hommes –Partnerorganisationen beobachten seit Jahren, dass Armut von Kindern nicht zuletzt auch durch die ungehemmte Ausbeutung und Zerstörung der Natur verursacht wird.
Deshalb haben sie die Kampagne »Our Rivers, Our Life – Kinder« schützen ihre Flüsse ins Leben gerufen:
Mit Politikbeeinflussung und Öffentlichkeitsarbeit, Umwelterziehung und der aktiven Mithilfe von Kinder- und Jugendgruppen wollen sie bewirken, dass »ihre« Flüsse auch in der Zukunft den Menschen als Geschenk der Natur erhalten bleiben. Denn Kindern zu ihren Menschenrechten zu verhelfen heißt auch, sich um den Erhalt ihrer natürlichen Existenzgrundlagen zu kümmern: »Our Rivers, Our Life« ist ein Anfang.

Der Mekong:
»Mutter aller Wasser«
Öl, Abfälle und Abwasser machen den Bewohnern der Dörfer am Mekong zu schaffen: »Vor zehn Jahren war das Flusswasser noch trinkbar«, erzählt ein Fischer aus Nordthailand, » jetzt ist es dreckig und wer darin badet, kann Durchfall bekommen.« Die Vielfalt der Fische und Vögel sinkt stark, und auch die Landwirtschaft leidet:
Früher wurde die Trockenzeit dazu genutzt, in den Uferböden Salat, Bohnen und andere Nahrung anzubauen. Die regelmäßigen Überflutungen düngten den Boden vor der nächsten Saat. Heute haben Staudämme und der Ausbau des Flusses für den Schiffsverkehr den Mekong unberechenbar gemacht. Überschwemmungen bleiben aus oder kommen so plötzlich, dass sie Ackerland wegreißen können.
Die terre des hommes Partnerorganisation ACED setzt sich für die Fischer und Bauern in der thailändischen Mekong-Provinz Chiang Rai ein: Nachhaltige Landwirtschaft verbessert ihre Lebensqualität, mit Theater und Kunst, Vorträgen und Filmen werden ihre Probleme weit über die Provinz Chiang Rai hinaus bekannt gemacht.
In Seminaren für Kinder und Lehrer wird dafür gesorgt, dass die Menschen so früh wie möglich Bescheid wissen über die Natur am Mekong – und darüber, wie sie sich für deren Erhalt einsetzen können. terre des hommes unterstützt ACDED und das Mekong Youth-Projekt mit jährlich 22.000 Euro.

Peru:
Recht auf eine gesunde Umwelt
»Früher gab es im Rio Torata viele Fische«, erzählt der Bauer Alberto aus der peruanischen Provinz Moquegua. »Heute ist er ein toter Fluss. Auch der Mais sieht schlecht aus, die Erde ist voller Schwermetalle«.Seit am Torata eine Kupfermine betrieben wird, ist das Leben der Bauern im Flusstal schwer geworden:
Sie befürchten, dass sie ihre Erzeugnisse wegen der Schadstofffbelastung bald nicht mehr verkaufen können. Und obwohl sie wissen, dass das Wasser des Torata sich nicht zum Trinken eignet, bleibt ihnen oft keine andere Möglichkeit, denn viele Dörfer haben kein Leitungswasser.
»Die Mine stiehlt das beste Wasser und den Menschen bleibt nichts«, erzählt Bauer Alberto.
»Bald wird dieses Land nichts mehr wert sein. Was wird dann aus unseren Kindern?« In Peru gibt es 250 Bergwerke, in denen Gold, Kupfer, Zinn und andere wertvolle Metalle abgebaut werden. Gegen die Großunternehmer können die Bauern ihre Interessen allein kaum durchsetzen. In der Provinz Moquegua werden sie deshalb von der Asociacion Civil LABOR unterstützt: In Bildungsprogrammen für Lehrer, Eltern und Schüler lernen sie, ihr MenschenRecht auf eine saubere und gesunde Umwelt zu verteidigen und mitzubestimmen, wie sich ihre Region entwickeln soll.
terre des hommes unterstützt die Asociacion Civil LABOR mit jährlich 20.000 Euro.

»Our Rivers, Our Life«
Helft Kindern beim Schutz ihrer Flüsse!
Mit eurem Einsatz für die beispielhaft aufgeführten Projekte könnt ihr Kindern beim Schutz ihrer Flüsse helfen. Macht die Probleme bekannt, setzt euch für ausreichende Umweltstandards nicht nur hier bei uns, sondern überall auf der Welt ein.